Wechselmodell – gerichtliche Anordnung möglich?

29. Januar 2019

Wechselmodell

Beim Wechselmodell haben die Kinder gleichermaßen Umgang mit ihren Eltern. Dabei wechseln sie wöchentlich in den Haushalt des anderen Elternteils. Zuvor haben sich die Eltern geeinigt, im Rahmen des Wechselmodells ihre Kinder zu erziehen. Damit hat jedes Elternteil gleiche Verantwortung für die Kinder. Wichtig ist, dass das Wechselmodell auch dem Wohl der Kinder entspricht.

Wechselmodell durch Absprache des Eltern

Die Eltern besprechen miteinander, welche Form des Umgangs am besten dem Wohl des Kindes entspricht, d.h. sie einigen sich. Es gibt verschiedene Formen des Umgangs. Das Wechselmodell ist eine Möglichkeit.

Manchmal kann sich ein Elternteil nicht vorstellen, die Kinder im Wechselmodell zu erziehen. Oder es gibt wichtige Gründe, die dagegen sprechen. Z.B. ist ein Elternteil  in eine andere Stadt gezogen oder ein Elternteil ist Schichtarbeiter

Gerichtliche Anordnung des Wechselmodells

Das Gericht kann aber auch das Wechselmodell gegen den erklärten Willen eines Elternteils anordnen. Nämlich dann, wenn dieser Umgang dem Wohl des Kindes am besten entspricht. In diesem Fall hat der Wunsch des betreffenden Elternteils zurückzutreten hinter dem Wohl des Kindes.

So hat kürzlich das KG im September 2018 entschieden – KG Beschluss vom 11.09.2018 Az.: 13 UF 74/18:

Die Eltern eines mittlerweile dreijährigen Kindes trennten sich als das Kind sechs Monate alt war. Sie waren nicht miteinander verheiratet. Die Eltern übten aber die elterliche Sorge für ihr Kind gemeinsam aus.

Nach der Trennung lebte das Kind im Haushalt des Vaters. Im Oktober 2016 gab es eine Vereinbarung zwischen den Eltern, die durch das Gericht gebilligt wurde. Danach sollte das Kind in etwa zu gleichen Teilen von den Elternteilen betreut werden.

Im Februar 2017 beantragte die Kindesmutter bei AG die Änderung dieser Umgangsvereinbarung. Fortan sollte das Kind bei ihr überwiegend betreut werden und auch den Lebensmittelpunkt bei ihr haben. Innerhalb von 14 Tagen sollte das Kind nur noch vier Tage beim Kindesvater sein.

Hierauf änderte das AG die bestehende Umgangsvereinbarung etwas um und zwar in ein sog. echtes paritätisches Wechselmodell.

Gegen diesen Beschluss wandte sich die Kindesmutter mit ihrer Beschwerde. Sie änderte ihren vorherigen Antrag. Sie wollte nun eine Betreuung im Verhältnis neun Tage Mutter und fünf Tage Vater. Der Vater wollte den Bechluss des AG beibehalten.

Im Ergebnis hat das KG festgestellt, dass das Wechselmodell dem Wohl des Kindes am besten entspricht.

Dementsprechend wurde die Beschwerde der Kindesmutter abgelehnt.