Erhöhter Förderbedarf eines Kindes

23. Oktober 2018

Erhöhter Förderbedarf eines Kindes

Wann besteht erhöhter Förderbedarf eines Kindes?

Grundsätzlich haben minderjährige Kinder gegenüber ihren Eltern Anspruch auf Unterhalt. Immer dann, wenn sie nicht in der Lage sind, sich selbst zu unterhalten. Volljährige Kinder haben Anspruch auf Unterhalt, wenn sie sich in einer Schul- oder Berufsausbildung befinden.

Der betreuende Elternteil erfüllt seine Unterhaltsverpflichtung gegenüber dem Kind, wenn dieser dem Kind die nötige Fürsorge durch Gewährung von Naturalien entgegenbringt. Also Gewährung von Kost und Logie. Der nicht betreuende Elternteil erfüllt seine Unterhaltsverpflichtung durch Zahlung von Unterhalt.

Die Höhe des zu zahlenden Unterhaltes richtet sich nach den Unterhaltsleitlinien. Für das Land Brandenburg gelten die Unterhaltsleitlinien des OLG Brandenburg.

Je nach Alter des Kindes ist auch der betreuende Elternteil zu verpflichten, neben der Betreuung des Kindes auch einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.

Der Umfang der Erwerbstätigkeit des betreuenden Elternteils richtet sich auch nach dem Alter des Kindes und dem Betreuungsaufwand. Darüber hinaus muss auch ein Betreuungsplatz für das betreffende Kind zur Verfügung stehen. In der Regel sind das die Kita oder ein Hortplatz, wenn das Kind bereits die Schule besucht.

In einem vom OLG Hamm entschiedenen Fall- OLG Hamm, Beschluss vom 2.6.2016 Az.:6 WF 19 / 16-hat das Gericht dem betreuenden Elternteil einen Anspruch gegen den geschiedenen Ehemann auf Betreuungsunterhalt zugebilligt, da das zu betreuende Kind an verschiedenen Krankheiten leidet und hierdurch ein erhöhter Förderbedarf für das Kind besteht.

Trotz des Alters des Kindes, welches bereits schulpflichtig gewesen ist, war das Kind zusätzlich mit speziellen Therapien zu fördern. Dies machte es dem betreuenden Elternteil unmöglich, einer verlangten vollschichtigen Tätigkeit nachzugehen. Das Gericht erkannte den erhöhten Förderbedarf des Kindes an und billigte dem betreuenden Elternteil Betreuungsunterhalt zu. Ob Ihnen gegebenenfalls Unterhaltsansprüche wegen Betreuung der Kinder zustehen, können nicht kann im Rahmen eines Beratungsgespräches geklärt werden.

Das ausführliche Urteil finden Sie hier: OLG Hamm Beschluss  vom 2.6.2016 Az.: 2016/6_WF_19_16.